Two Pillars

Forschung

Automatisierte Codegenerierung

Automatisierte Codegenerierung – Ergebnis des MoSyS-Forschungsprojekts – mit Video

Im März wurde das MoSyS-Forschungsprojekt abgeschlossen. Wir von Two Pillars waren Teil der Arbeitsgruppe, die über mehrere Jahre an dem Thema „Menschorientierte Gestaltung komplexer System of Systems“ gearbeitet hat. Ein Ergebnis aus dieser Zeit stellen wir heute vor: Die automatisierte Codegenerierung. Dieses Projekt haben wir in Kooperation mit HARTING Applied Technologies durchgeführt. In diesem Artikel und in dem Video weiter unten stellen wir die Ergebnisse vor. MoSyS: Menschorientierte Gestaltung komplexer System of Systems In unserem letzten Blogbeitrag über das interdisziplinäre Forschungsprojekt „MoSyS – Menschorientierte Gestaltung komplexer System of Systems“ haben wir das Konsortium und die Agenda bereits vorgestellt. Im Prinzip ging es bei MoSyS darum, neue Methoden, Hilfsmittel und IT-Werkzeuge zur Gestaltung technischer Systeme zu entwickeln. Das weitere Ziel war, Leitfäden zu erstellen, mit deren Hilfe Unternehmen bei der Gestaltung des Wandels zu einem digitalen und kollaborativen Arbeitsumfeld unterstützen können – auf Basis von Systems Engineering! Das Ziel: Automatisierte SPS-Codegenerierung Der manuelle Aufwand beim Ausleiten von Informationen aus dem MBSE-Modell sollte reduziert werden, um Zeit zu sparen, aber auch, um Fehlerquellen zu reduzieren. Das war das Ziel des Projekts der automatisierten Codegenerierung. HARTING AT erhoffte sich als Nebeneffekt außerdem, dass die interne Akzeptanz für Systemmodelle steigen würde – denn ein Systemmodell sollte nicht als Sackgasse verstanden werden, sondern als zentraler Ausgangspunkt für aufbauende Aktivitäten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in iQUAVIS eine Schnittstelle geschaffen, über die der SPS-Code für die von HARTING AT eingesetzten Beckhoff-Steuerungen generiert wird. Die automatisierte Codegenerierung kann aber auch auf andere Steuerungssysteme erweitert werden. So funktioniert’s In dem Video erklärt Sarah Brüggemann von HARTING AT, wie die Codegenerierung funktioniert. Sie basiert auf den folgenden vier Schritten: Das Video finden Sie hier eingebettet und auf unserem YouTube-Kanal, der sich über neue Follower freut: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Individuelle Lösungen für Ihre Probleme: Sprechen Sie uns an! HARTING AT war einer der ersten Kunden von Two Pillars und nutzt iQUAVIS zur Entwicklung im Sondermaschinenbau. In einem Interview der Reihe „Wir sind Systems Engineer“ hat Rebecca Heitmann interessante Einblicke in die Projekte gewährt. Die Schnittstelle für die automatisierte Codegenerierung war ein gemeinsames Projekt im Rahmen von MoSyS. Grundsätzlich sind mit uns individuelle Problemlösungen mit iQUAVIS möglich – sprechen Sie uns gerne an! Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird/ wurde im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor. Sonja FeierabendSonja Feierabend ist Online Marketing Manager und betreut für Two Pillars die Website, Social Media und PR. www.two-pillars.de/

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MoSyS

MoSyS: Menschenorientierte Gestaltung komplexer System of Systems

Im Oktober 2020 startete das Projekt MoSyS: „Menschorientierte Gestaltung komplexer System of Systems“ mit dem Ziel, neue Methoden, Hilfsmittel und IT-Werkzeuge zur Gestaltung technischer Systeme zu entwickeln. Das weitere Ziel ist, Leitfäden zu erstellen, mit deren Hilfe Unternehmen bei der Gestaltung des Wandels zu einem digitalen und kollaborativen Arbeitsumfeld unterstützen können: Natürlich mit Systems Engineering!  In diesem Artikel stellen wir die Schwerpunkte des Projekts und die Bedeutung für unser Tool iQUAVIS genauer vor.  Das MoSyS-Konsortium Zu dem Projektkonsortium gehören vier Forschungseinrichtungen, neun Industrieunternehmen und vier Enabler, darunter Two Pillars. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt gefördert. Das breit aufgestellte Konsortium arbeitete gemeinsam an den folgenden Themenbereichen:  Two Pillars unterstützte MoSyS einerseits durch die Bereitstellung und den Support unseres MBSE-Werkzeugs iQUAVIS und andererseits durch unser Methodenwissen, welches wir in den verschiedenen Arbeitspaketen einbringen. Viele der entwickelten Methoden konnten auf diese Weise direkt in unserem MBSE-Tool iQUAVIS spezifiziert und umgesetzt werden.   MoSyS und iQUAVIS Im Rahmen der Produktentwicklung, Produktionssystementwicklung, Produkt- und Produktionssystem-Co-Entwicklung sowie der Validierung & Verifikation sind viele Modelle und Vorlagen in iQUAVIS entstanden, die wir in Zukunft auch für unsere Kunden nutzen können.  Darüber hinaus fließen die Forschungsergebnisse natürlich auch in die Weiterentwicklung von iQUAVIS ein: Zwei größere Themenblöcke sind die Codegenerierung aus unseren Funktionsblockdiagrammen und unser Variantenplugin – in MoSys haben wir da relevante Prototypen entwickelt und im Konsortium die Ansätze verprobt.  Das Thema der Codegenerierung für unseren Kunden und Industriepartner im Konsortium, HARTING Applied Technologies, wurde durch die Entwicklungen im Arbeitspaket „Musterbasiertes Architekturmanagement“ getriggert. Hierbei geht es darum, vorhandene Codeblöcke aus einer Bibliothek basierend auf dem modellierten Systemablauf wiederzuverwenden. In Zusammenhang mit der Systemarchitektur werden diese Codeblöcke zusammengesetzt und Platzhalter entsprechend des Systemmodells befüllt. Der erhaltene SPS-Code für die Beckhoff Automation Steuerung verringert den Programmieraufwand und sorgt für mehr Transparenz, da die gleichen Bezeichnungen wie im Systemmodell genutzt werden.  Auch das Variantenplugin wurde durch das Arbeitspaket „Musterbasiertes Architekturmanagement“ getrieben. Mit diesem Plugin wollen wir die frühzeitige Planung von wiederverwendbaren Systembestandteilen und Varianten im Produktentstehungsprozess ermöglichen. Dafür wurden schlanke Möglichkeiten implementiert, Regeln innerhalb der Systemarchitektur festzulegen und so neue Systemausprägungen einfach konfigurieren zu können. Mehr Details folgen bald in einem eigenen Blogartikel.  Konsortialtreffen im September 2023 und Ausblick Über unsere persönlichen Highlights hinaus gibt es noch viele weitere spannende Ergebnisse. Diese wurden am 26. September 2023 im Rahmen eines großen Konsortialtreffens vorgestellt. Dieses letzte Konsortialtreffen vor dem Projektabschluss fand beim Industriepartner CLAAS in Harsewinkel statt. CLAAS versorgte  uns nicht nur kulinarisch bestens, sondern hat auch  spannende Einblicke in die Produktion seiner Produkte gewährt. Hierbei gab es eine Premiere mit einer virtuellen Führung durch die Produktion im Kinosaal. Anschließend fanden wir uns noch auf der Hausmesse zusammen, um den Tag bei spannenden Diskussionen ausklingen zu lassen.  Bis zum Projektabschluss muss jetzt noch einiges dokumentiert und aufbereitet werden. Außerdem entsteht noch ein umfangreicher Demonstrator, damit die Ergebnisse des Projekts auch über das Konsortium hinaus leicht verständlich verbreitet werden können. Es gibt also noch einiges zu tun!  Wir freuen uns auf den Endspurt gemeinsam mit unseren Projektpartnern. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an die Organisatoren für diese gelungene Veranstaltung!  Sonja FeierabendSonja Feierabend ist Online Marketing Manager und betreut für Two Pillars die Website, Social Media und PR. www.two-pillars.de/

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iQBuddy

iQBuddy: So wird der Modellierungsprozess einfacher

Auf dem diesjährigen TdSE stellt Denis Tissen vom Heinz Nixdorf Institut den „iQBuddy“ vor: Was ist iQBuddy und was kann er? Die Modellierung komplexer technischer Systeme mit dem Konzept des Model-Based Systems Engineering (MBSE) ist für viele kein Fremdwort mehr. Steigende Anforderungen an die zu entwickelnden Produkte und deren vorherrschenden Systemmodellen spiegeln sich vor allem in den Tätigkeiten der Systemarchitekten wider. Anwender des MBSE müssen aktuell einen Großteil ihrer Modelle von Grund auf eigenständig aufbauen. So wiederholen sich viele Modellierungstätigkeiten, welche unnötig viel Entwicklungszeit rauben. Doch wie lassen sich wiederholenden Modellierungstätigkeiten sinnvoll unterstützen bzw. optimieren? Eine Antwort liefert iQBuddy. Was ist iQBuddy? Die Software-Anwendung iQBuddy dient als Assistent im komplexen, digitalen Modellierungsprozess. Mithilfe von gezielten Vorschlägen für erforderliche Bestandteile des Modellierungsprozesses unterstützt iQBuddy Anwender bei täglich anfallenden Modellierungsaufgaben. So müssen Systeme nicht mehr von „Grund auf“ auf modelliert werden. Es wird dabei auf vordefiniertes Wissen innerhalb einer Datenbank zurückgegriffen. Diese ermöglicht die Nutzung bereits erprobter Modellierungsbestandteile für die eigenen täglichen Modellierungsaufgaben. So kann durch iQBuddy nicht nur die Entwicklungszeit reduziert, sondern auch die eigene Perspektive erweitert werden. Wie genau funktioniert iQBuddy? Der Nutzen von iQBuddy wird bereits deutlich. Doch wie genau soll dies funktionieren? Gemäß dem Sprichwort: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“, lässt sich die Funktionsweise am besten in Form einer Abbildung erklären (siehe Abbildung 1). Das Architekturkonzept von iQBuddy zeight, dass Anwender Schlüsselwörter eines bestimmten Systems, Produkts oder andere Entitäten über eine Suchzeile in einer Webapplikation eingeben können. iQBuddy vergleicht diese Schlüsselwörter intelligent mit einer Modellbibliothek in Form einer Datenbank. Die graph-basierte Datenbank wird initial durch die KI-Anwendung ChatGPT mit Lösungselementen befüllt. Um die hohen Qualitätsanforderungen der Daten zu gewährleisten, werden die Lösungselemente durch Administratoren überprüft und angepasst. So gelingt es iQBuddy mit einem Empfehlungsalgorithmus, den Anwendern Elemente, Funktionen, Beziehungen und Strukturen für Systemmodelle vorzuschlagen. Anschließend erlaubt die Webanwendung, die vorgeschlagenen Datensätze auszuwählen und als JSON-File herunterzuladen. Somit findet eine nahtlose Importierung vorhandener Datensätze in gängige Modellierungswerkzeuge statt, wodurch eine eigene Modellierung dieser Systemelemente entfällt. Indem Anwender die vorgeschlagenen Datensätze akzeptieren oder ablehnen, wird der Empfehlungsalgorithmus intelligent trainiert. Dies verbessert kontinuierlich die Qualität der Vorschläge. Modellierungszeiten reduzieren, Qualität erhöhen Maßgeschneiderte Vorschläge lösen zeitintensive, lästige Modellierungsaufgaben ab, wodurch die Entwicklungszeiten reduziert werden. So können Anwender von iQBuddy ihre Modellierungsaufgaben effizient gestalten. Dadurch, dass die Vorschläge auf bewährten Systemelementen mit dem Wissen einer Community basieren, wird zudem die Modellqualität gesteigert. Außerdem wird die eigene Perspektive durch den Wissensbereich der Community erweitert, um neue Aufgabenbereich zu integrieren. Zusammengefasst bedeutet das: iQBuddy unterstützt Anwender effektiv bei ihren Modellierungsaufgaben. Dies ist ein Gastbeitrag von Denis Tissen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Advanced Systems Engineering am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Auf dem TdSE 2023 in Würzburg wird er den iQBuddy in einem Vortrag vorstellen. Wir stellen die Anwendung auch als Demonstrator näher vor. Besuchen Sie uns gern am Stand 30! Sonja FeierabendSonja Feierabend ist Online Marketing Manager und betreut für Two Pillars die Website, Social Media und PR. www.two-pillars.de/

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digitales engineering4.0 Lydia Kaiser Interview

MBSE, iQUAVIS und Digitales Engineering 4.0: Interview mit Prof. Dr Lydia Kaiser

Prof. Dr. Lydia Kaiser von der TU Berlin ist Expertin für Digitales Engineering 4.0. Im Interview spricht sie über MBSE, Systems Engineering, Maschinenbau und iQUAVIS. Dabei geht es auch um die Frage, warum iQUAVIS speziell für kleine und mittlere Unternehmen von Vorteil ist. Physik, Maschinenbau, Systems Engineering – was fällt Ihnen dazu ein? Es ist ein möglicher Weg zum Systems Engineering zu kommen und es aus Überzeugung gestalten zu wollen. Das war mein Weg, den ich gegangen bin. Nach meinem Physikstudium habe ich bei Prof. Gausemeier im Maschinenbau promoviert und bin so zu Systems Engineering gekommen. Als Physikerin fühle ich mich sehr wohl mit dem Themenfeld. Das systemische Denken und Arbeiten wird im Physikstudium im Grunde durchgehend trainiert. Digitales Engineering 4.0 – was bedeutet das und welche Rolle spiel da das Systems Engineering? Das Engineering umfasst den Prozess wie wir die technischen Systeme von morgen gestalten. Diese wandeln sich und sind vernetzt, autonom, interagieren mit uns in multimedialer Form und sind serviceorientiert. Doch auch die Art, wie wir die Systeme gestalten hat sich durch Digitalisierung verändert und muss auch neu gedacht werden. Wie schaffen wir die digitale Durchgängigkeit, wie können wir neue Datenquellen nutzen und Systeme realisieren, die vom User gedacht sind, wie entstehen digitale Zwillinge von Beginn an und wie schaffen wir die Interdisziplinarität und damit die Diversität zu fördern, dabei die Komplexität aber zu beherrschen? Das sind einige Fragestellungen, die das Themenfeld so spannend machen. Dabei entwickeln sich die Technologien so schnell weiter, dass wir uns auch fragen müssen, wie sieht das Engineering der Zukunft aus? Wie können wir die Technologien in das Engineering übertragen und dieses neu denken? Ich bin überzeugt, dass bei aller Forschung und Entwicklung, die wir vorantreiben und damit neue technische Lösungen hervorbringen, das „WIE“ immer mit erforscht werden muss. Sonst schaffen wir den Übergang nicht von einem guten Forschungsergebnis zu einer marktfähigen und anwenderzentrierten Lösung. MBSE ist ein großes und teilweise schwieriges Thema – gibt es sowas wie einen Nukleus, den die Anwender*innen in der Industrie beherrschen oder zumindest beherzigen sollten? MBSE klingt so kompliziert, weil wir mit Fachbegriffen nur so um uns werfen und damit viele leider verschrecken. Dabei steckt so viel Potential in dem Ansatz – Interdisziplinäre Teams erhalten ein Kommunikationsmedium für ein einheitliches Verständnis vom Gesamtsystem. Dr.-Ing. Lydia Kaiser Den Anwendern gebe ich immer mit, mit kleinen Schritten die Erfolge erleben. Dann sind die meisten schon so begeistert, dass sie intrinsisch motiviert weitermachen wollen. Manche sagen, MBSE ist nur, wenn es ein (Daten-)Modell gibt. Für den Anfang reichen gute Bilder, wie z.B. CONSENS-Wirkstruktur in paper-based Workshops. Das schult das systemische Denken, fördert die Kommunikation und den Austausch unter den Fachexperten und bringt so manche Diskussion in den Gang, da unterschiedliche Sichten auf ein und denselben Sachverhalten herrschen. iQUAVIS ist von seinem Ansatz her anders strukturiert als viele andere MBSE-Werkzeuge. Welche Stärken sehen Sie darin gerade für KMU? iQUAVIS hat den großen Vorteil, dass es sehr intuitiv ist und auf die CONSENS-Methode abgestimmt aufgebaut ist. Damit muss nicht erst eine „Modellierungssprache“ mit all ihren Facetten gelernt werden. Die Hürde ist somit viel niedriger und die Erfolgserlebnisse garantiert. Besonders für KMUs ist das ein großer Mehrwert. Sie haben nicht die Ressourcen und Mittel alle Mitarbeiter*innen in dem Umfang zu schulen und Tools anzupassen. Stichwort Change: Der Umstieg von 2D-CAD zu 3D hat Jahrzehnte gedauert. MBSE ist noch eine Nummer komplexer – was raten Sie und würden Sie diese Veränderung beschleunigen? Der Vergleich kann gut gezogen werden und zeigt, dass es ein langer Prozess ist. Es hat ja nicht nur die technische Facette, die Anwender müssen davon überzeugt sein und den Weg mitgehen. Eine Sicht sollten wir dabei jedoch nicht vergessen. Als der Übergang 2D nach 3D erfolgte, waren wir in den „Kinderschuhen“, was die Rechenleistung und technische Umsetzungsmöglichkeiten betraf. Die Anwender waren nicht so schnell zu überzeugen, weil neue Lösungen sperrig und nicht stabil waren. Heute sieht die Welt anders aus. Wir haben KI-Lösungen in unseren Alltagsprodukten und haben Zugang zu großen Rechenleistungen. Da sehe ich die größten Stellhebel, den Wandel schneller zu gestalten. Wir haben Forschungsarbeiten seinerzeit am Fraunhofer IEM gestartet, die genau da ansetzen und KI-Verfahren nutzen, um die Anwender bei der Arbeit an und mit den Modellen zu unterstützen. Dr.-Ing. Lydia Kaiser ist ECDF-Professorin an Technischen Universität (TU) Berlin für Digitales Engineering 4.0. Christian TschirnerSystems Engineering ist eine Lebensart – wer sie einmal kennt, kommt nicht von ihr los! Ich brenne dafür, das Engineering zu verändern. Weg von verwirrenden Lasten- und Pflichtenheften hin zu einer modellbasierten Spezifikation. Das hilft mir, viele Aufgaben eines Projekts besser zu bewältigen, mit Kollegen ein gemeinsames eindeutiges Systemverständnis zu bilden und immer die relevanten Aufgaben im Blick zu haben. Und außerdem: Ich bin überzeugt, dass innovative Geschäftsmodelle nur mit einem solchen Ansatz möglich werden: Smarte Services, Things that think, … Let’s go together! www.two-pillars.de/

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Hochschule landshut iquavis

iQUAVIS an der Hochschule Landshut. Interview mit Dr. Matthias Dorfner

Die Hochschule Landshut bietet in den sechs Fakultäten Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Interdisziplinäre Studien, Maschinenbau und Soziale Arbeit über 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Seit 2016 ist Dr. Matthias Dorfner dort als Professor für den Bereich Systems Engineering verantwortlich. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen „Geschäftsprozesse und Organisation“, „Projektmanagement“, „Strategisches Management“ sowie „Konzepte des Systems Engineering“. Wir durften mit ihm netterweise ein Interview über die Nutzung von iQUAVIS führen. Herr Dorfner, in welchem Zusammenhang haben Sie iQUAVIS kennengelernt?Ich habe im November 2019 in Berlin die Messe „Tage des Systems Engineering (TdSE)“ besucht, die damals gemeinsam mit der internationalen „EMEA Systems Engineering Conference“ ausgerichtet war. Ich bin zufällig über den Messestand der Two Pillars GmbH „gestolpert“ und bin mit Frau Myu Nakajima, Application Specialist der Two Pillars GmbH, ins Gespräch gekommen. Mich hat die dargestellte Verzahnung von Projektmanagement und Systemgestaltung auf Basis des „Haberfellner Männchens“ angesprochen, da ich diese selbst zur Gliederung meiner Veranstaltungen des durch die GfSE akkreditierten Masterstudiengangs Systems Engineering verwende. Welcher Problemstellung standen Sie gegenüber?Als Professor für Systems Engineering stand ich zwei Problemen gegenüber: Zum einen stellt sich die Frage, wie integriert sich das Themenfeld Projektmanagement mit dem Thema Systemgestaltung – also wie lässt sich beides „Hand in Hand“ verknüpfen? Zum anderen bin ich auf der Suche nach einem didaktisch eingängigen Ansatz gewesen, um den Studierenden Model-Based Systems Engineering (MBSE) näherzubringen. Welchen Ansatz hatten Sie in der Vergangenheit gewählt, um das Problem zu lösen?Anders als bei Industriepartnern, die vielleicht FMEA verbessern oder ihren Entwicklungsprozess dokumentieren wollen, stehen wir vor einem didaktischen Problem. Bisher gibt es ein Modul namens „MBSE“, in welchem die Grundlagen der Modellierung anhand „Fundamental Modeling Concepts“ (FMC) bis hin zur Nutzung modellbasierter Methoden, Notationen und Tools beispielhaft anhand SysML und eines SysML-Werkzeugs vermittelt werden. Wie hat iQUAVIS zur Lösung des Problems beigetragen?Das MBSE Modul wird weiter existieren, allerdings wird ein neues Modul „MBSE II“ in das Curriculum eingebettet. Im Rahmen dieses neuen Moduls wird dann iQUAVIS eingesetzt. Ich bin zuversichtlich, mit iQUAVIS quasi „notationsfrei“ den MBSE Ansatz klar aufzeigen zu können. Meiner Meinung nach ist MBSE ein wesentliches (Zukunfts-)Thema und sollte Bestandteil jedes Systems Engineering Studiengangs sein. Ich halte iQUAVIS in diesem Zusammenhang für sehr gut geeignet. Welche Eigenschaften von iQUAVIS sind Ihnen besonders ins Auge gefallen?iQUAVIS ist sehr frei gestaltbar, die Funktionalität ist sehr flexibel und die Methode steht im Vordergrund. Man erkennt sehr gut die Verbindungen, z. B. zwischen Anforderungen und den entsprechenden Elementen. Man kann die Abhängigkeit in der Systemgestaltung sehr gut darstellen. Wir warten gespannt auf die Rückmeldung einer größeren Gruppe Studierender, nachdem wir im Laufe diesen und nächsten Jahres akademische Lizenzen von iQUAVIS eingesetzt haben. Wie sehen Sie iQUAVIS in Bezug auf die Umsetzung von Normen wie z.B. ISO 15288 und ISO 42010?iQUAVIS kann dabei unterstützen, eine wichtige Teilmenge der Normen ISO/IEC 15288 und ISO/IEC 42010 sowie ihrer geforderten Prozesse und Beschreibungsmodelle/Beschreibungsmuster konkret umzusetzen. Dennoch: Aus gutem Grund erlaubt iQUAVIS viel Flexibilität für Unternehmen, z. B. mit Bezug auf die Terminologie – denn eine dogmatische Normenkonformität ist sicherlich nicht immer hilfreich für Unternehmen. Prof. Dr. Matthias Dorfner studierte nach seiner Berufsausbildung zum Fachinformatiker Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg. Nach seiner Promotion bei einem mit der Universität Regensburg verbundenen Start-up-Unternehmen im IT-Bereich arbeitete er als Projektleiter bei der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG.Ab 2013 war er als IT-Projektleiter und Enterprise Architekt (EAM) bei der Audi AG tätig. Das vernetzte und strategische Denken, die Berücksichtigung von Lebenszyklen, die Entwicklung und Anwendung systematischer Vorgehensweisen sowie die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit konnte er speziell in der Zeit in diesem Weltkonzern professionalisieren.Seit 2016 ist er als Professor an der Hochschule Landshut mit den Schwerpunkten „Geschäftsprozesse und Organisation, „Projektmanagement“, „Strategisches Management“ sowie „Konzepte des Systems Engineering“.Im Studiengang Systems and Project Management lehrt er die Module Systems Management I und II unter Integration moderner Themen wie bspw. modellbasiertes Systems Engineering (MBSE), Design Thinking oder TRIZ und betreut Abschlussarbeiten.Hochschule Landshut Christian TschirnerSystems Engineering ist eine Lebensart – wer sie einmal kennt, kommt nicht von ihr los! Ich brenne dafür, das Engineering zu verändern. Weg von verwirrenden Lasten- und Pflichtenheften hin zu einer modellbasierten Spezifikation. Das hilft mir, viele Aufgaben eines Projekts besser zu bewältigen, mit Kollegen ein gemeinsames eindeutiges Systemverständnis zu bilden und immer die relevanten Aufgaben im Blick zu haben. Und außerdem: Ich bin überzeugt, dass innovative Geschäftsmodelle nur mit einem solchen Ansatz möglich werden: Smarte Services, Things that think, … Let’s go together! www.two-pillars.de/

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michael mistler universität wuppertal

Organisationssysteme modellieren – iQUAVIS an der Universität Wuppertal

Marian Mistler ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bergischen Universität Wuppertal im Fachgebiet Produktsicherheit und Qualität (PSQ). Im Interview berichtet er uns von seiner Erfahrung mit iQUAVIS, unserem Systems Engineering Werkzeug. In welchem Zusammenhang haben Sie iQUAVIS kennengelernt?Im Rahmen meiner Dissertation war ich auf der Suche nach Modellierungswerkzeugen, die mir dabei helfen können, die enorme Anforderungsvielfalt an Unternehmen handhabbar zu machen. Hierzu besuchte ich das Berliner Requirements Engineering Symposium 2018, wo ich meinen ersten Kontakt mit iQUAVIS hatte. Nachdem ich iQUAVIS umfassend nutzen konnte, stellte ich das hohe Potenzial von iQUAVIS als IT-Werkzeug zur Modellierung fest. Dementsprechend ist iQUAVIS bei der Erstellung meiner Dissertation ein essentieller Bestandteil zur Systemmodellierung. Welcher Problemstellung standen Sie gegenüber?Ich stand vor der Problemstellung, Organisationsysteme ganzheitlich zu modellieren und eine dynamische Analyse und Gestaltung des Systems zu ermöglichen. Das bedeutet, die Komplexität der Aufbau- und Ablauforganisation mit dem impliziten Informationsfluss darzustellen, beherrschen und untersuchen zu können. Eine weitere Herausforderung war es, die Entwicklung des Organisationssystems gleichzeitig über das Projektmanagement zu steuern. Welchen Ansatz hatten Sie in der Vergangenheit gewählt, um das Problem zu lösen?Die Problematik lag nicht an dem Ansatz, der für die Modellierung genutzt worden ist. Vielmehr an der technologischen Umsetzung. Wir verwenden im Fachgebiet Produktsicherheit und Qualität für die Entwicklung von Organisationen das Generic Systems Engineering (GSE) von Frau Prof. Winzer, welcher im Springer-Verlag veröffentlicht ist. Das GSE nutzt zur Modellierung von soziotechnischen Systemen den enhanced-Demand Compliant Design (e-DeCoDe) Ansatz. Dieser besteht aus fünf Sichten, die über eine definierte Modellierungssprache logisch miteinander verbunden werden: Der Anforderungs-, Funktions-, Prozess-, Komponenten- und Personensicht. Um den e-DeCoDe Ansatz technisch umzusetzen, benutzen wir beispielsweise Excel, Loomeo, Cameo und Quam. Allerdings konnte mit der Nutzung von iQUAVIS festgestellt werden, dass diese Software die Modellierung von Organisationen mit e-DeCoDe besser umsetzen kann, als die anderen Tools. Marian Mistler Wie hat iQUAVIS zur Lösung des Problems beigetragen?iQUAVIS löst die Herausforderung, den e-DeCoDe Ansatz technisch umzusetzen, indem es ein Vorgehen bietet, Systemmodelle individuell vom Groben zum Detail gestalten zu können. Durch dieses Vorgehen ermöglicht iQUAVIS alle e-DeCoDe Sichten zu generieren, durchgehend miteinander zu verknüpfen und transparent darzustellen. Darauf aufbauend können mit iQUAVIS die e-DeCoDe Sichten sukzessive attribuiert werden, um ebenfalls notwendige Detailinformationen zu hinterlegen. Welche Eigenschaften von iQUAVIS sind Ihnen besonders ins Auge gefallen?Mich hat insbesondere die Baumstruktur von iQUAVIS interessiert. Denn hierdurch kann die Gesamtkomplexität von Systemmodellen überblickt werden. Außerdem gefallen mir die verschiedenen Fokusfunktionen, die in iQUAVIS voreingestellt sind. Mittels dieser Funktionen kann die enorme Menge an Systemelementen, in einem komplexen Systemmodell, auf eine für den Menschen handhabbare Anzahl reduziert werden. Ergänzend zu diesen Funktionen begeistert mich die Möglichkeit, aus dem Systemmodell verschiedene Diagramme und Tabellen zu erzeugen. Diese geben weitere Perspektiven auf das Systemmodell, wodurch die Einbindung weiterer Methoden, wie der FMEA, ermöglicht wird. Universität Wuppertal Christian TschirnerSystems Engineering ist eine Lebensart – wer sie einmal kennt, kommt nicht von ihr los! Ich brenne dafür, das Engineering zu verändern. Weg von verwirrenden Lasten- und Pflichtenheften hin zu einer modellbasierten Spezifikation. Das hilft mir, viele Aufgaben eines Projekts besser zu bewältigen, mit Kollegen ein gemeinsames eindeutiges Systemverständnis zu bilden und immer die relevanten Aufgaben im Blick zu haben. Und außerdem: Ich bin überzeugt, dass innovative Geschäftsmodelle nur mit einem solchen Ansatz möglich werden: Smarte Services, Things that think, … Let’s go together! www.two-pillars.de/

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