Das SE-Männchen, der Schlüssel
zur Problemlösung

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„Systems Engineering ist gute Ingenieurarbeit – das heißt ganzheitliches Denken, kein Denken
in Schablonen, …“ – das sagt der „Erfinder“ des Systems Engineering-Männchens Professor Reinhard Haberfellner. Wir hatten das Glück, ihn bereits einige Male persönlich zu treffen – in unserem berühmten Video zum Systems Engineering hat er das o.g. Zitat zum Besten gegeben. Das Video ist auch eingebettet in diesen Beitrag.

Aktuell spricht alle Welt über Model-Based Systems Engineering (MBSE) – und das ist auch gut so. Jedoch ist MBSE mehr als nur formales Modellieren am Rechner. Es ist Teil einer ganz eigenen übergeordneten Strategie und Vorgehensweise – dem Systems Engineering. Leider wird das häufig übersehen. Ähnlich wie bei Lean Production kann man natürlich einzelne Methoden und Werkzeuge wie 5S-Methode oder Fischgrät-Diagramme wirkungsvoll selektiv einsetzen. Richtig erfolgreich wird eine Produktion aber nur neu gestaltet, wenn es sich auf den Lean-Ansatz von Kopf bis Fuß einstellt.

Ähnlich ist es mit dem Systems Engineering – dieser Ansatz hat das Potential, die Produktentwicklung von Kundenauftrag bis zum Start of Produktion gänzlich neuzugestalten. Deshalb ist sinnvoll sich auch von Kopf bis Fuß auf Systems Engineering einzustellen – so wie es das SE-Männchen von Professor Haberfellner andeutet.

3 Männer stehen Hände haltend vor SE-Männchen

Im Kopf sind die normativen Aspekte des SE verankert: Die SE-Philosophie gliedert sich in das Systemdenken und die wichtigsten Vorgehensweisen im Systems Engineering.

Ziel des Systemdenkens ist die Gestaltung des Systems unter der jeweils relevanten Perspektive, bspw. die umgebungs-, wirkungs- und strukturorientierte Sichtweise. Damit greift es ein zentrales Element der Modelltheorie auf – die Zweckorientierung. Ebenso müssen in der Entwicklung alle Phasen des Lebenszyklus vorausgedacht und Anforderungen an das Produkt abgeleitet werden. Zudem gehören die Schulung der Mitarbeiter und weitere „softe Aspekte“ im „System Unternehmen“ dazu.  Das Verständnis „System“ hat also unterschiedliche Ausprägungen.

Die Vorgehensweisen nehmen die Zweckmäßigkeit der folgenden Grundgedanken an:

Top-Down: Vom Groben zum Detail

Denken in Varianten: Konsequente Suche nach Alternativen

Phasenablauf: Gliederung des Prozesses nach zeitlichen Gesichtspunkten

Problemlösungszyklus: Unabhängig von der Phase der Systementstehung werden auftretende Probleme mit demselben Vorgehensleitfaden gelöst.

Die Füße geben dem Männchen festen Stand: Hier sind die Werkzeuge der Systemgestaltung und des Projektmanagements verankert. Während in der Vergangenheit bei den Werkzeugen der Systemgestaltung eigentlich meist nur CAD-Werkzeuge oder ganz allgemeine Fachdisziplinspezifische Werkzeuge (zu unterscheiden Autorensysteme und Analysewerkzeuge, z.B. Simulationswerkzeuge) zum Einsatz kamen, ändert sich das heute stark: Immer mehr MBSE-Werkzeuge kommen zum Einsatz – die von den Kundenbedürfnissen ausgehend eine ganzheitliche Systemspezifikation ermöglichen und erst dann in die fachdisziplinspezifischen Werkzeuge übergehen. Die MBSE-Werkzeuge sind also präsent an einer Stelle, wo bislang häufig Powerpoint, Word und Excel regieren, oder lediglich Requirements-Engineering-Werkzeuge. Das zweite Standbein des Männchens unterstreicht aber den Zusammenhang zwischen Technik und Projektmanagement – was viel zu selten geschieht. Eine erfolgreiche Systemgestaltung ist nur durch ein abgestimmtes Projekt- und Entwicklungsmanagement möglich – deshalb sind beide Bereiche eng miteinander als Teil des ganzheitlichen Ansatzes des Systems Engineerings verbunden. Dadurch ergeben sich automatisch auch Überlappungen zwischen SE und Projektmanagement. Die meisten Software-Werkzeuge können das leider nicht, weshalb die Lösung unserer Wahl – iQUAVIS – beide Dimensionen verbindet.

Fehlt noch der Rumpf des Männchens als Verbindungselement: Durch das Zusammenspiel von Kopf und Füßen wird der das Projekt strukturiert durchlaufen; hier wird eine Idee in eine Lösung bzw. Produkt überführt. Der Kopf gibt die Richtung vor, die Füße tragen uns zum Ziel – und in der Mitte steht der Entwicklungsprozess, Time-to-Market Prozess, …. Ihres Unternehmens. Den muss man etwas anpacken, um Systems Engineering erfolgreich einzusetzen. Aber wenn Ihr Kopf schon an SE denkt, dann sollte das klappen…

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